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Bright Eyes.de: Interview Angel 17.06.2005
www.bright-eyes.de / Oliver Vollmer

Die nicht nur hübsch anzusehende, sondern auch toll klingende Helena Michaelsen, als Sängerin der Truppe Imperia (und Ex-Stimme von Trail Of Tears) bekannt, hat unter dem Banner ANGEL (weder verwandt noch verschwägert mit den stets in weiß gekleideten Pomp-Rockern) vor einigen Wochen die „Dont’t Wanna Run“-Single sowie ihren ersten (Solo-)Longplayer „A Woman’s Diary Pt. 1“ veröffentlicht. Single wie Album bringen emotionale und teilweise sensationelle Stücke wie das bewegende „Mother“ und waren selbstverständlich ein Interview wert. An einem verregneten Freitagnachmittag hatten wir es uns beide gemütlich gemacht - Helena im Promobüro, ich zuhause - und beide Seiten waren schon ziemlich gespannt aufeinander. Die ersten paar Momente fragte Helena mich ziemlich aus, das Mädchen ist ganz schön neugierig. Die Gute war vom vielen Reden stimmlich schon ziemlich angeschlagen, ließ aber keine Kippe und keine Silbe aus und kicherte heiser in einer Tour. Beste Voraussetzungen für einen entspannten Talk, der gegen Ende eine Talkrunde bei Erika Berger wie ein Grundschulgespräch aussehen ließ. Die Tatsache, dass bei beiden die Rotweinflasche schon entkorkt und fast zur Hälfte geleert war, hatte damit aber natürlich rein gar nichts zu tun…


Hallo „Little Princess“, wann und wieso hast du dich entschieden, eine eigene Band in den Kampf um den Plattenverkauf zu führen. Und wieso nennst du dich gerade ANGEL? Kennst du die Truppe aus den 70ern/80ern?

„Als ich mit einigen Bands wie Tristania, Antichrisis, Sins Of Thy Beloved und Siebenbürgen unterwegs war, traf ich einen Typ, der mich wie einen Engel gemalt hatte. Bei einem anderen Konzert hat er mir dieses Bild gegeben und das war eines der schönsten Dinge, die ich jemals bekommen habe. Er hat schon allein für die Anreise verdammt viel Zeit gebraucht, und all die Gedanken, die er sich gemacht hat. Ich verwahre das Bild absolut sicher auf, es ist immerhin schon einige Jahre alt.“

Und du siehst ja auch wie ein Engel aus, hehe…

„Ohh, du Schlingel, danke, haha! Ich wollte mit meinem Namen einfach meinen Dank für dieses Geschenk ausdrücken. Ich werde den Namen auch nicht ändern, weil er sehr persönlich für mich ist. Und wenn die genannten Burschen ein Problem mit meinem Namen haben, sollen sie mir eine Mail schreiben und ich nehme noch einen Zusatz zu ANGEL dazu“, gibt sie sich sogleich kämpferisch.

Naja, ich würde eh bezweifeln, dass die Knaben überhaupt mit E-Mails umgehen können, so alt wie sie sind…, aber das nur am Rande. Welche Hoffnungen und Träume hast du für „A Woman’s Diary“. Was wäre denn das Schlimmste, was dir mit diesem Album widerfahren könnte?

„Es ist ein sehr persönliches Album für mich und ich hoffe, dass es die Herzen der Hörer erreicht. Ich hoffe natürlich auch, dass ich die Nummern live spielen kann. Einige Nummern sind auch eine Art Therapie für mich.“

In der Gothic-Szene ist es auch nicht üblich, dass die Sängerinnen die Songs selbst schreiben. Sie sind ja meistens bloß die hübsch anzusehenden Trällerelsen, die alles nachzwitschern.

„Ich sehe mich ja auch nicht so, haha. Ich will einfach Musik machen und schreibe meine eigenen Songs, weil ich in meinem Leben schon viel erlebt habe, ich bin schon viel gereist und habe viele Menschen getroffen. Da gibt es eine Menge zu erzählen. Ja, ich spiele ein Instrument, bei „Little Girl“ spiele ich die Gitarre selbst. Die Aufnahmen, als ich mich zu den Vocals begleitet habe, haben wir einfach genommen, weil sie gepasst haben.“

Ob sich die quirlige Künstlerin lieber durch die Musik oder durch die Texte, die sich auch selbst schreibt, ausdrücken will, kann sie nicht eindeutig beantworten. Nach einigem „oh, oh“ kommt die fast schon erwartete „50:50“-Antwort. Sie wählt dabei als Vergleich den Film „Braveheart“, der ohne die passende Musik weniger wert wäre. Eine andere Musik gäbe den einzelnen Bildern ganz andere Gefühle. Ähnlich sei es bei ihr. Ihre Vocals müssen zu den Bildern passen, die sie im Kopf hat, sprich Musik und Texte müssen eine Einheit bilden.

Ich würde dich gesanglich in einer Schnittmenge aus Kate Bush, Tori Amos und Björk packen. Passend dazu kämpft das redselige Stimmwunder mit einem heftigen Frosch im Hals. Als der Hals frei gekämpft ist, fährt sie fort.

„Hm, das hab ich schon von einigen gehört, dass sie mich mit Kate Bush oder Tori Amos vergleichen, es sind schon alle möglichen Namen gefallen. Natürlich ist es für die Leute immer leichter, mich mit einer bekannten Stimme zu vergleichen, aber ich denke schon, dass ich meine eigene Stimme habe. Bei Imperia singe ich mehr opernhaft - und ich denke nicht, dass Kate Bush oder Tori Amos Operngesang bringen“ haut die blonde Sangesgöttin gleich mal ins Mett, bevor sie in schallendes Gelächter ausbricht, weil auch meine Stimme bei der nächsten Frage sehr kratzig klingt und ich erstmal ausgiebig huste.

In das typische Tarja-Turunen-Schema will sich Helena nicht drängen lassen und stimmt natürlich gern zu, wenn man den Vergleich mit den angeführten Damen damit begründet, dass das eigentlich eher Künstlerinnen denn bloße Sängerinnen sind, schließlich hätten die Ladies nicht nur tolle Stimmen, sondern auch jeweils eine echte Persönlichkeit.

Ich denke, da kommt die engelsgleiche Helena auch einmal hin. Wenn man so einen genialen Song wie „Mother“ schreibt, hat man Großes vor sich. Emotion pur und einer der besten und ergreifendsten Songs, die ich seit langem gehört habe. Und vermutlich deiner Mutter gewidmet?

„Ja, er ist meiner Mutter gewidmet“, beginnt sie zögernd, während die Stimme merklich dunkler und ernsthafter wird. „Wie ich vorhin schon kurz erwähnt habe, ist das Musik machen auch eine Art Therapie für mich. Nachdem ich diesen Song gemacht habe, fühlte ich mich tatsächlich besser, ich konnte mich dadurch ausdrücken. Wenn ich traurig bin, kann ich diesen Song hören. Meine Mutter wurde ermordet, und ich werde nie darüber hinweg kommen. Für den Täter empfinde ich nur Wut. Dieses Gefühl wird immer in mir sein, aber ich wollte ihr dieses Geschenk auf meine symbolische Art mit auf den Weg geben. Sie hat mich immer unterstützt. Obwohl ich ein echt heftiges und verrücktes Leben lebe, dauernd unterwegs bin, hat sie mich immer darin bestärkt, dass ich das Richtige tue und dass sie mich unterstützt. Das hat mir immer sehr viel bedeutet und ich wünsche mir oft, ich könnte sie einfach anrufen. Ich vermisse sie sehr und würde einfach gerne mal nur mit ihr über Allgemeines reden. Diesen Song habe ich für sie gemacht. Sie lebt für immer in meinem Herzen, auch wenn sie in diesem Leben nicht mehr hier ist, ist sie in mir.“

Harter Tobak, den sicher jeder nachvollziehen kann, der seine Mutter verloren hat oder schon davor war. Der Song war ja bereits auf der vorab veröffentlichten Single und Helena bestätigt die Vermutung, dass sie von Menschen, die ähnliches durchmachen mussten, dazu bereits einige Mails bekommen hat, in denen ihr Menschen geschildert haben, dass sie mit dieser Nummer den Verlust zu verarbeiten versuchen. So versucht es auch Helena.

Puh. Es ist nicht leicht, da wieder zur „Tagesordnung“ überzugehen. Bleiben wir bei Ernsthaftem. Bei einem meiner Besuche auf deiner Homepage www.helena-michaelsen.com habe ich feststellen können, dass dir die Leute überhaupt sehr persönliche Mails und Gästebucheinträge schreiben, wo sie vom Verlust der großen Liebe und Ähnlichem erzählen. Du beantwortest auch viel davon. Hast du nicht Angst, dass das einige missverstehen, wenn es zu persönlich wird?

„Nein. Ich beantworte zwar auch sehr persönliche Mails, aber manche nehme ich erst gar nicht auf die Page, wenn sie zu persönlich sind. Es ist auch immer mit den Betreffenden abgesprochen, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Ich habe eine Menge Respekt vor meinen Fans, dass sie sich so öffnen. Sie kennen mich nicht. Sie hören meine Musik und spüren meine Gefühle. Das ist intensiv. Viele Dialoge bleiben daher auch nur zwischen dem Betreffenden und mir. Aber das Ganze ist einer der Gründe, warum ich Musik mache.“

Zu persönliche Interviews hat Helena bislang eigenem Bekunden zufolge noch nicht gehabt, sie beantworte grundsätzlich jede Frage, denn sie sei sehr offen und sagt immer, was sie gerade denkt. Das führe zwar manchmal zu Problemen, wenn die Leute sie um ihre ehrliche Meinung bitten würden. Aber ihr seien zwei wirklich gute Freunde, denen sie alles sagen kann lieber als 10 Freunde, denen sie Honig um den Bart schmieren muss. Dass Helena mehr als frank und frei ihre Meinung äußert, durfte ich schon bald erfahren.
Aber erstmal im textlichen Kontext weiter. Den „Mutti“-Song von Glenn Danzig kennt sie nicht. Aber sie kennt ihre Songtitel. Und die klingen irgendwie typisch weiblich, stellvertretend seien „Butterfly“ und „Lead You Through Fire“. Und sie hat tiefgehende Texte. Die auch noch autobiographisch sind?

„Oh ja!“ kommt es wie aus der Pistole geschossen „zu 100 Prozent! „Mother“ kennst du ja, die Nummer „Darkness“ handelt von Gewalt, nicht unbedingt Brutalität. Aber Erfahrungen, die ich gemacht habe, ich bin lange Zeit verletzt worden und konnte mich nicht wehren. Ja, „Darkness“ ist eine Art vertonter Albtraum und beinhaltet eine Menge Frustration. Ich hatte Angst. Es war extrem und ich kann es nicht beschreiben. Deshalb ist vielleicht auch der Song extrem. Als ich ihn nach den Aufnahmen angehört habe, bin ich selbst zusammen gezuckt. Was ist denn da abgegangen? Ich habe meine Augen geschlossen und alles aus dieser Phase herausgelassen. Das war wirklich krass. Ja, wie eine Katharsis. „Butterfly“ beschreibt ein bisschen mich selbst, wie ich durchs Leben gehe. Wie man Erfahrungen macht. Erfahrungen, die einen aber auch persönlich stärker gemacht haben. Und dann fliegt man weiter. Wenn du verletzt wirst, kannst du weinen. Aber du nutzt deine Hoffnungen und Träume, um weiter zu kommen.“

Dieses „Schmetterlings-Statement“ passt ja auch zu dem Zitat auf der Imperia-Seite, wo du von dir sagst, dass du immer noch Single und frei seiest…

„Hahaha. Ich glaube einfach, dass ich niemals verheiratet sein werde“, kichert sie hörbar amüsiert, „und ich werde immer ein freier Geist bleiben. Wie eine wilde Indianer-Frau, haha.“

Wie sieht’s denn dann mit deinen hausfraulichen Fähigkeiten aus? Waschen, putzen, kochen?

„Oh meine Güte, hör bloß auf! Wenn ich den Abwasch mache, zerbreche ich oft Gläser oder Teller. Das muss ein böser Fluch sein, haha. Hm, kochen. Wenn ich für mehrere Leute koche, koche ich verdammt lecker. Denke ich, die Leute essen es meistens nicht, hahaha! Also im Ernst, ich versuche wirklich, mein Bestes zu geben, aber ich bin nicht wirklich eine gute Köchin. Vor kurzem habe ich ein Brot gebacken, und als ich es aus dem Ofen genommen habe, war es so hart, dass ich nicht mal ein Messer reinstecken konnte. Das ist meine Art – ich kann es backen, aber nicht essen! Ja, da war das Brot die Waffe, haha. Aber ich mag es echt, zuhause italienische Sachen wie Pizza oder Lasagne zu machen. Oder Huhn mit Reis. Tja, manche sagen, die Sachen schmecken, aber ich weiß nicht, ob ich das glauben soll…“

Nach eigenem Bekunden hat die sympathische Sängerin noch einiges zu lernen, was die Hausarbeit anbelangt. Anyway, bleiben wir bei den weiblichen Themen: fühlst du dich eher wie ein „Fallen Angel“ oder ein „Little Girl“.

„Also gerade wie ein kleines Mädchen“, kichert sie, ein Grund dafür war ihr aber nicht zu entlocken.

Na schön, versuchen wir es anderweitig: wie viele Heiratsanträge hast du denn schon bekommen?

„Ach herrje. Diese Frage habe ich ja noch nie gestellt bekommen! Hm, ich weiß nicht! Bekomme ich Bedenkzeit?? Gut. Hm, also es müssten 8 oder 9 gewesen sein. Aber da zähle ich zurück bis zu meinem 18. Lebensjahr“, gibt die mittlerweile 28jährige zur Auskunft, „da ist das doch nicht viel, oder?“

Nachdem Anfang Juni der Geburtstag der im Zwillingszeichen geborenen war, nahm sie zwar die Glückwünsche an, nicht aber die Hoffnung auf die Heiratsanträge 10 bis 20 an, zumal sie auch nicht dem Songtitel entsprechend ihre „Love Of My Life“ gefunden hat. Wenn sie ihre Liebe des Lebens noch nicht gefunden hat – dann hat sie sie auch noch nicht verloren und kein „Funeral“ gehabt?

„Naja, eine Beerdigung ist für mich eher, wenn man ein Kapitel im Tagebuch beendet oder ganze Seiten herausreißt. Man lässt etwas hinter sich oder möchte es nicht mehr lesen, nicht mehr daran denken. Wenn ich etwas auf CD gebannt habe, habe ich es gleichzeitig aus meinem Innersten herausgenommen. Ja, ich führe mein ganz persönliches „Woman’s Diary“. Es ist sehr persönlich und ich schreibe auch nicht alles hinein. Es gibt so manches, was ich ganz in mir behalte. Das rührt daher, dass ich als junges Mädchen wirklich alles meinem Tagebuch anvertraute und jemand eines Tages das Geheimnis brach und es las. Von diesem Tag an habe ich den Seiten nicht mehr getraut.“

Ab und an übernehmen die Texte ein wenig die Funktion des Tagebuches, gerade wenn es um Gefühle anderen gegenüber geht. Helena ist überhaupt ein sehr sensitiver Typ, der viel aus dem Unterbewusstsein heraus erlebt. Gerüche oder Geräusche, die einen um Jahre zurückversetzen oder an andere Lebensabschnitte erinnern, ist sie ständig gewöhnt.
By the way – können wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es mal wirklich gewagte erotische Fotos von dir geben wird? Die Musik allein verkauft ja leider keine CDs und so ein bisschen mit dem Erotischen spielst du ja schon.

„Nein! Definitiv nicht. Warum?? Für mich geht es rein um die Musik! Wenn die sich nicht verkauft, wenn ich keine Konzerte mehr machen kann, geh ich lieber putzen, als Musik zu machen, denn dann gibt’s auch keinen Grund mehr, Musik zu machen. Wenn die Menschen meine Musik nicht mehr fühlen können – und das ist für mich der wichtigste Grund, warum ich Musik mache – dann hat mein Wirken jede Daseinberechtigung verloren.“

Für Helena zählt nur die Musik, eine andere Arbeit, die sie glücklich machen könnte, kann sie sich nicht vorstellen. Sie hat, wie sie sagt, noch soviel Musik in sich, die die mitteilen möchte. Ich denke, jeder, der „A Woman’s Diary Pt. 1“ gehört hat, hofft, dass er zuerst einmal diese Musik live vorgestellt bekommt. Wie sieht der optimale Gig für Helena aus? Ein großer, anonymer Festivalauftritt, der auf einen Schlag 15.000 Leute erreicht oder eine ganze Tour, zu der insgesamt vielleicht nur eine kleinere Anzahl Hörer kommt?

„Na ganz klar die kleine Tour, denn da erreicht man die Hörer besser als auf einem großen Festival. Ich mag es lieber, direkten Kontakt zu den Besuchern haben und Leute in verschiedenen Ländern zu treffen, als bei einem großen Auftritt die Leute nicht direkt zu spüren. Aber ich mag es auf jeden Fall, eine gute Party danach zu haben, haha!“

Warum hast du die Aufnahmen eigentlich hier in Deutschland durchgezogen? Jede gute Düsterplatte muss doch in Finnland eingespielt und von Mika Jussila gemixt werden?

„Na aber absolut net!“ wehrt sie sich vehement, „Jan (Yrlund, Ex-Lacrimosa), einer der Gitarristen, arbeitet seit Jahren hier im Ländle und hat die Aufnahmen mit Oliver (Philipps, Everon-Musiker, d.Verf.) im Space Lab Studio zusammen mit einigen anderen Musikern durchgeführt. Für diese Art von Musik sind das die besten Leute, die man bekommen kann. Ich hab mich mit ihnen getroffen und vom ersten Moment an hat es gepasst, weil sie ebenso gefühlvolle Menschen sind. Sie habe mich und meine Musik verstanden. Und sie gehen ihrer Arbeit mit einer Menge Passion an, außerdem ist das Studio klasse. Ich wollte es einfach da aufnehmen und bin echt begeistert von den Aufnahmen und dem Resultat.“

Wie echt waren die Aufnahmen? Hast du das ekstatische Stöhnen in „Flames Of Desire“ selbst hervorgebracht oder ist es von einem Hardcore-Film gesamplet?

„Das bin schon ich, haha. Ich war einfach geil, denn ich kenne auch die Story hinter dem Text. Es geht um eine sexuelle Phantasie, Sex in der Kirche zu haben. Das habe ich bislang noch nicht gemacht, aber ich möchte es tun. Du hast doch bestimmt schon mal die Akustik in den Kirchen gehört? Es muss einfach toll sein, das Atmen und das Stöhnen und ähnliche Geräusche mit dieser Akustik zu hören. Ich möchte das mal erleben, und darum geht’s für mich in dem Song. Und das Stöhnen hab ich tatsächlich selbst gebracht, haha. Das würde ich doch niemals irgendwo anders hernehmen.“

Und es klingt echt überzeugend. Und nach dem Interview bekommst du bestimmt ein paar hundert Mails von Fans, die dich in einer Kirche lieben möchten. Nach einem etwa 30sekündigen Lachanfall prustet Helena, dass sie die Liebe in einer Kirche definitiv noch in die Tat umsetzen würde. Das glaubt man der resoluten Dame gleich, gehören doch so illustre Orte wie der Ozean während eines Tauchvorgangs zu den exotischen Orten ihrer Liebesvergnügen.
Außer im Bett darf die Liebe überall passieren, sind wir uns beide einig. Auch das Betrachten des Liebesspiels im Spiegel findet unser beider Beifall, schließlich kann man sich dann gegenseitig und sich selbst dabei betrachten.

Ein perfekter Abend muss für Helena aber nicht unbedingt aus Sex oder einem Absturz in ihrem Lieblings-Metal-Club bestehen.

„Mir gefällt es auch, wenn ich ein romantisches Abendessen habe und wir dann nackt im Mondlicht schwimmen. Und wir danach am Strand eine Zigarette rauchen, hihi. Und dann gehen wir heim und genießen noch ein Fläschchen Wein. So ganz romantisch halt.“

So ganz dezent haben wir alle Songtitel des Albums abgearbeitet, bis auf „Glow In The Dark“. Auch in dieser Nummer geht es romantisch zu, nämlich wenn man mit der Geliebten Arm in Arm im Bett liegt und der/die Liebste beim Kuscheln/nach dem Sex wie ein Glut einer Zigarette in der Dunkelheit empfindet. So ein zärtlicher Lichthauch im Dunkeln. Hach….

Und welche Stellung würdest du empfehlen, wenn wir „A Woman’s Diary“ hören?

„Mach es einfach ganz zärtlich. Fang bei deiner Freundin vom kleinen Zeh an und hör nicht auf, bis du an den Haarspitzen angekommen bist. Und dann wieder zurück. Und sorgt dafür, dass es mindestens 3 Stunden dauert!“

Dann kann ich „A Woman’s Diary“ locker 3mal durchlaufen lassen, denn die rund 54minütige Scheibe bietet dazu die perfekte Ohrenmassage.

Mittlerweile, einige Wochen nach dem Interview, kann ich sagen, dass ich noch diverse Umläufe dieser ANGEL-Scheibe genossen habe (und nicht nur ich…) und ich hoffe, dass die Ankündigung von Helena, dass noch mindestens die Teile 2 und 3 dieses Frauen-Tagebuchs folgen werden, wahr wird. Ich persönlich lese jede Seite immer wieder gern.

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